Stereotypen

Statistisch gesehen ist die Familie – in unserer kollektiven Vorstellung der sichere Ort - für Frauen gefährlicher als die „dunkle Straße“. Parodie dessen ist die Tatsache, dass Gewalt an Frauen besonders häufig im Bereich der Versorgung, der Küche, und im Bereich des Rückzugs, dem Schlafzimmer, ausgeübt wird. Der Tabubruch vor 20-25 Jahren, als zum ersten Mal öffentlich darüber gesprochen wurde, schmerzte, denn die private Sphäre bekam Risse ab. Nicht nur: Männergewalt ist das Gesundheitsrisiko Nr. 1 für Frauen. Häusliche Gewalt verursacht enorme Kosten für die Allgemeinheit, angefangen von den Behandlungskosten für gesundheitliche Kurz- und Langzeitschäden der Opfer, über die Kosten für Polizeidienste, für die strafrechtliche Verfolgung der Täter, für Frauenhäuser und ähnliche Interventionsstellen bis zu den Fehlzeiten und der verminderten Leistungsfähigkeit der Frauen am Arbeitsplatz, Einkommens- bzw. Steuerverlusten. Die Weltbank spricht ausdrücklich von einem „Problem der öffentlichen Gesundheit“.
Gerade die Verdrängung und das Leugnen dieser schwer erträglichen „Normalität“ behindern die Arbeit der mittlerweile entstandenen Hilfseinrichtungen. Diese stereotypen Bilder sind darüber hinaus äußerst gefährlich für Frauen: